Warum zieht Nacktheit an?

Eigentlich wollte ich einen eigenen Beitrag zum Thema machen. Doch bei der Recherche bin ich auf den Beitrag von Naturist-News gestoßen, der wiederum auf einem Podcast von BareOaks beruht. Hier wird alles gesagt und das mit den richtigen Worten. Da muss man nichts mehr hinzufügen! Interessant wird es erst dann, wenn man die angezogenen Nackten mit diesem Beitrag konfrontiert! Bin mal gespannt, welche Ausreden die diesmal finden werden!

Warum es nicht funktioniert, wenn Kleidung erlaubt ist

Natuisten-Wolke

Wie in „Die Jugend zum Naturismus bewegen“ bereits angekündigt, berichtet Naturist-News diesmal über Ausgabe 8 der Naturist Living Show, die sich mit dem Thema “Why Clothing-Optional Does Not Work” (frei übersetzt: “Warum es nicht funktioniert, wenn Kleidung erlaubt ist”) beschäftigt.

Auch dieser Artikel ist sehr lang und schafft es trotzdem nicht alle Aspekte des Podcast wiederzugeben. Der direkte Link zur Original-Episode in englischer Sprache befindet sich wieder am Ende des Artikels.

Es geht um Respekt

Stephane Deschenes, der Herrausgeber des Podcact, ist auch der Besitzer des Bare Oaks Family Naturist Park in Ontario (Kanada). ImBare Oaks wird sehr viel Wert auf die traditionellen Werte des Naturismus gelegt. Dabei geht es nicht um Rauch-, Alkohol-, oder Fleisch-Verbote oder um körperliche Fitness. Es geht auch nicht um Nacktheit, was viele (vorallem Textile) überraschen wird, sondern es geht um Respekt. Respekt sich selber gegenüber, Respekt gegenüber anderen und Respekt gegenüber der Umwelt.

Die meisten denken beim Naturismus ginge es darum nackt zu sein, aber die Nacktheit ist nur ein Werkzeug. Wenn man nackt ist, muss man sich zunächst selbst akzeptieren. Man hat auch eine viel engere Verbindung zur Umwelt, wenn man die Sonne, die Luft und das Wasser auf der Haut spürt.

Aber was spricht dagegen Kleidung beim Naturismus zu dulden? Man könnte glauben Clothing-Optional wäre einfach nur der tolerante Weg. Leider funktioniert unsere Welt so nicht. Weil wir von frühester Kindheit an beigebracht bekommen, dass Nacktheit schlimm ist und der Körper etwas ist, dessen man sich schämen muss, ist der gesellschaftliche Druck Kleidung zu tragen zu stark. Selbst Deschenes spürt dies immer noch, obwohl er langjähriger Naturist ist, einen Naturisten-Park besitzt und nackt arbeitet. Es ist ein Instinkt – ein Gefühl, das tief im Unterbewusstsein verankert ist.

Druck und Gegendruck

Diesen gesellschaftlichen Vorgaben kann sich auch niemand entziehen. Immer wenn man das Naturisten-Gelände verlässt, ist man dem wieder ausgesetzt. Selbst die wenigen Menschen, die in einem Naturisten-Resort leben, müssen einkaufen gehen, arbeiten gehen, zur Schule gehen etc. und kommen so immer wieder mit der “Außenwelt” in Kontakt. Der Druck der textilen Welt ist also auch für Naturisten immer präsent. Um sich in einer naturistischen Umgebung wohl zu fühlen, muss deshalb ein “Gegendruck” erzeugt werden.

Stephane Deschenes erklärt dies an einem Beispiel. Alle Mitarbeiter im Bare Oaks arbeiten nackt. Viele Naturisten meinen das sei unprofessionell. Ein typisches Beispiel für die Übernahme textiler Werte: (Arbeits-)Kleidung macht Professionalität aus. Interessanterweise denken so nur Naturisten, weil sie es in Naturisten-Geländen so erlebt haben. Menschen, die Deschenes auf der Straße gefragt hat, sind ausnahmslos davon ausgegangen, dass die Mitarbeiter in einem Naturisten-Park nackt sind.

Sogar langjährige Naturisten haben Situationen, in denen sie sich nackt nicht vollkommen wohlfühlen, aber eigentlich sollten sie in der Lage sein jede Aktivität nackt auszuüben. Viele Menschen sagen, sie würden sich wohler fühlen, wenn die Badekleidung tragen, oder wenn sie sich ein Tuch umwickeln. Das ist es, was die Gesellschaft uns beibringt, aber ist es wirklich wahr oder ist es eine Ausrede, die unser Unterbewustsein erfindet, weil es keine rationale Erklärung gibt?

Naturismus steht für Gleichheit

Ein weiterer Grund Kleidung nicht zu erlauben ist, das der Naturismus für Gleichheit steht. Nichts hebt den sozialen, wirtschaftlichen, politischen oder beruflichen Status so hervor, wie Kleidung. Marken, Logos und Uniformen sind immer dazu da uns von anderen abzuheben. Die Gesellschaft spricht von Anstand wenn man bestimmte Körperteile verhüllt, aber zeugt es nicht in Wirklichkeit mehr von Anstand, wenn man dem anderen unbekleidet gegenüber tritt und sich gegenseitig so akzeptiert wie man ist?

Aber auch für Neulinge ist es einfacher, wenn Kleidung nicht erlaubt ist. Wer das erste Mal zum Naturistmus kommt, versucht die sozialen Fesseln zu durchbrechen und den eigenen Körper und den der Anderen zu akzeptieren. Das ist nicht einfach und eine “Ausrede” zu haben, den entscheidenden Schritt machen zu müssen, kann eine große Hilfe sein.

Natürlich werden die Besucher im Bare Oaks nicht gezwungen sich sofort auszuziehen, aber solange sie nicht nackt sind, dürfen sie nicht an Aktivitäten teilnehmen oder auf dem Gelände herumlaufen. Sie können sich soviel Zeit nehmen, wie sie brauchen, um sich an die Umgebung anzupassen, aber sie müssen an ihrem Platz oder einem anderen ruhigen Ort bleiben.

Das gleiche gilt auch für Jugendliche, die von ihren Eltern mitgebracht werden, wie Naturist-Newsauf Nachfrage erfahren hat. Stephane Deschenes erklärt warum es auch hier keine Ausnahme gibt: Egal ob man versucht die Jugendlichen mit den Einschränkungen zu überzeugen, oder man ihnen Kleidung generell erlaubt, es werden immer einige dem Naturismus den Rücken kehren. Wenn man aber Kleidung erlaubt, kann ein einzelner bekleideter Jugendlicher dafür sorgen, dass alle anderen diesem Beispiel folgen.

Auf Geländen wo Kleidung für Jugendliche z.B. nur am Pool verboten ist, haben die gleichen Jugendlichen, die die ganze Zeit bekleidet herumlaufen, meist kein Problem damit sich dort auszuziehen.

Klare Regeln können helfen

Ja, Teenager haben oft Probleme mit ihrem Körper, aber eine klare Regel kann ihnen helfen Ihre Ängste und Unsicherheiten zu überwinden. Es wird oft davon gesprochen, dass man die Jugendlichen nicht zu etwas zwingen sollte, aber wie Eltern wissen, muss man sie manchmal zwingen zur Schule zu gehen, sich vernünftig zu ernähren und an die Regeln der Gesellschaft zu halten. Und dazu gehört es auch auf einem Naturisten-Gelände nackt zu sein, oder mit den Konsequenzen (Einschränkungen) zu leben.

Die meisten Naturisten möchten, wenn sie ein Naturisten-Gelände besuchen, unter Gleichgesinnten sein. Sie wollen der textilen Welt mit ihrem Fokus auf Sexualität, gutes Aussehen und Körperscham entkommen. Viele trauen sich auch nicht, anderen davon zu erzählen, dass sie Naturisten sind. Deshalb wollen sie dort, wo sie nackt sind, nur mit Menschen zu tun haben, die genauso denken wie sie.

Quelle: http://www.naturist-news.de/artikel/warum-clothing-optional-nicht-funktioniert

  1. Ho letto il tuo articolo nella (pessima!) traduzione di Chrome. Concordo su tutto, ma ritengo che la tua idea di naturismo, così pura e radicale, è appannaggio di una minoranza ristretta e che trova scarso riscontro nella realtà del movimento naturista. Oggi c’è troppa gente che ama stare nuda per il gusto di esibirsi e che è poco attenta alle vere motivazioni che stanno alla base del movimento. Lo hai (lo abbiamo!) riscontrato in Calabria. I tessili prendono il sopravvento addirittura meravigliandosi del fatto che qualcuno voglia impedire loro di indossare capi firmati…
    Hai tutto il mio supporto amico mio, e quando il naturismo smetterà di essere una utopia beh, io sarò il primo ad essere al tuo fianco.
    Romano

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