Die „Grünen Dächer“ in Skandinavien

Da gibt es Dächer mit einem Meer von Blumen, Gräser und Flechten. Sogar Bäume und Sträucher werden auf diesen grünen Oasen ansässig. Diese Tradition hatte Ihren Ursprung vor einigen hundert Jahren und immer noch sind die Vorteile der Gründächer unübertroffen.Sie sind zwar schwer, aber genau dieses Gewicht hilft das Haus und die gesamte Struktur zu stabilisieren, sie bringen eine unglaublich gute Isolierung und halten eine Ewigkeit.

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Im Sommer nehmen diese Dächer dem Wohnraum Temperatur. Im Winter geben sie Temperatur an den Wohnraum ab. Es existieren Dächer, die seit über 80 Jahren ohne Wartung auskommen. Die skandinavischen Dächer sind im speziellen mit Birkenmulch und Torf bedeckt. Dies war bis zum 18. Jahrhundert die typische Dachbedeckung in den ländlichen Gebieten.

Im Norden hat man es verstanden
Im Norden hat man es verstanden

Während des 19. Jahrhunderts und in der Zeit der industriellen Revolution haben Ziegeldächer – vor allem in den städtischen Gebieten – das traditionelle Grasdach abgelöst. So sind in der Folge auch Wellbleche und anderen industriellen Materialien verwendet worden um Gebäude zu bedachen. Mehr und mehr wurde diese Art der Bedachung zu einer Bedrohung der alten Traditionen.

Keine Minute zu spät!

Doch kurz vor der Ausrottung dieser alten Technik, wurde ein nationales Programm zur Wiederbelebung der einheimischen Traditionen gestartet, unter das auch das klassische Grasdach fiel. Bauherren beschäftigten sich zunehmend mit dem neuen alten Thema “Grasdach”.

Zuerst wurde es “chic” diese alte Technik auf den Berghütten und Ferienhäuser auf dem Land zu verwenden. Zur selben Zeit gab es neue Regeln für die Restaurierung der alten Gebäude und ab diesem Zeitpunkt wurde das Grasdach nicht mehr als eine Alternativ-Technik angesehen, sondern wurde mehr oder weniger ein Standard.

Seit dem Jahr 2000 hat es sich das Institutes “Verein Grüne Dächer” in Schweden auf die Fahne geschrieben das Gründach als Standard durchzusetzten. Aufgabe des Institutes ist die Förderung der Dachbegrünung in Skandinavien, das Aufzeigen der positiven stadtökologischen Effekte von grünen Dächern sowie das Erstellen von Unterlagen für Gesetzgebung, Baunormen, Anweisungen, Kreditregeln und eventuelle staatliche Förderungen.

Man muss es einfach machen!

Diese halbstaatliche Vereinigung arbeitet eng zusammen mit Universitäten und kann über ein interessantes Budget verfügen. Somit hat es Skandinavien geschafft eine alte, alternative Technik stark und standhaft gegen die Industrie zu positionieren. Durch eine direkte staatliche Förderung können z.b. in Schweden Gründächer ab 30 Euro je m2 realisiert werden. Von diesen Preisen träumt man im restlichen Europa nur…

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