Die Citykompostierung mit der Wurmtonne

Heute wurde eine Entscheidung getroffen. Sven und seine Frau wollen eine Wurmtonne aufstellen, damit der „Organische Abfall“ direkt von uns, auf unserem Balkon zu Humus verarbeitet werden kann. Dazu haben wir nach langer Planungsphase heute die ersten Teile unserer Turbo-Wurm-Tonne besorgt.

Was uns auf jeden Fall klar wurde, je länger wir über eine „City-Kompostierung“ nachgedacht haben ist, dass wir nicht um den Regenwurm herum kommen werden.

Die einzige Art organischen Abfall schnell und ökologisch zu entsorgen ist es, ihn den Würmern zu überlassen. Für die Kompostierung von Garten- und Küchenabfällen ist der Mistwurm am besten geeignet.

Diese gefrässige Rasse der kleinen Erdbewohner – die von Wurmzüchtern als „Tennessee Wiggler“ oder „Roter Kalifornier“ verkauft wird, kompostiert alle organischen Küchenabfälle bis zum Kaffeefilter sowie alle krautigen Gartenabfälle und Früchte.

Besonders wichtig im unserem Fall war, dass der Wurm hohe Temperaturen aushalten muss. Die Gattung der „Eisenia Andrei“ schien uns dann nach genauer Betrachtung die beste Wahl zu sein.

Die Entscheidung

Unser großes Ziel „kompostieren in der Wurmtonne“ und damit beginnt dann auch unsere Geschichte der Wurmtonne für den Balkon. Natürlich haben wir diverse Angebote im Internet gefunden, die allesamt dem gleichen Prinzip folgen und sicherlich auch allesamt gut funktionieren.

Linkliste Wurmtonnen

Der Can-o-Worm Etagenkomposter hat uns doch am meisten beeindruckt. Jedoch war Preis und die Handhabung einfach nicht das, was wir uns vorgestellt haben. Keine dieser angebotenen Wurmtonnen hat unsere Idee der „Balkon-Wurmtonne“ widergespiegelt.

Auf den zweiten Blick war der Can-o-Worm auch sehr unpraktisch, weil es schien, als ob man in sehr „bekümmern“ muss. Während des Kompostierungsprozesses verdichtet sich in der Regel das Kompostmaterial – somit wird der Abstand zwischen dem Kompost der unteren Etage und der obersten Etage vergrößert und kann schlecht – oder gar nicht – von den Würmern überwunden werden.

Also muss man dem Can-o-Worm auf allen Ebenen bewirtschaften. Man muss die oberste Eben und die unteren Ebenen füllen und kontrollieren. Man muss immer wieder alle Ebenen mit Küchenabfälle und/ oder Papier bestücken, damit man den Abstand verringern kann und somit eine Wurmbrücke schafft. Was für ein Geraffel!

Also musste eine eigene Tonne-Idee entwickelt werden, bei der die folgenden Punkte allesamt erfüllt werden mussten:
 

  • Die Tonne darf nicht stinken
  • Die Würmer sollen nicht zu sehen sein
  • Um die Abfälle zu entsorgen sollte man nicht „buddeln“ müssen
  • Deckel auf, Müll rein, Deckel zu!
  • Die Tonne soll frostsicher sein
  • Sie soll ausreichend gross für einen 4 Personen-Haushalt sein
  • Das Budget für eine Wurmtonne (inkl. Erde, Würmer etc.) lag bei € 100
    • Dies Tonne selbst darf somit nicht mehr als € 50 kosten
  • Erdernte soll möglich, aber nicht nötig sein
  • Alle Teile der Wurmtonne sollen in einem Baumarkt zu finden sein

So einfach war das nicht. Trotzdem sind wir uns sicher, dass wir mit der Wurm-Turbo-Tonne in der Version 0.1 die meisten dieser Anforderungen verwirklicht haben. Fehlt nun nur noch die Rückmeldung der Hauptdarsteller… der Würmer!

Die Wurmtonne

Heute wurden die ersten Maßnahmen ergriffen die Wurmtonne aus der Theorie in die Realität zu holen. Angefangen haben wir damit schon in der letzten Woche, als wir in den Baumärkten in der Umgebung das Material für die Wurmtonne 2.0 gekauft haben.

Im Grunde haben wir nun ein System, dass viel weniger gekostet hat als das, was man kaufen kann. Der Unterschied liegt bei über 75 € zzgl. Versandkosten! Viel haben wir nicht gebraucht. Als da waren:

  • 8 Rohrstücke zu 40mm Durchmesser mit Flanschy
  • 10cm2 Fliegengitter der Kartoffelsackstoff
  • 16 Gummidichtungen passend zu den Rohrstücken
  • 50cm2 MDF oder besser: Alte Holsplatte
  • 4 Möbelrollen mit Gummibezug, wenn möglich alt und gebraucht
  • 4 Holzstücke um die Tonne zu fixieren
  • 1 Bohrmaschine mit Dosenbohrer
  • 20 Liter gute Erde (aus dem Garten eines Freundes)
  • 2 Liter lehmige Erde (aus dem Garten eines anderen Freundes)
  • 2 Liter Blattabfall (Aus dem Stadtgarten)
  • 1 alte Zeitung
  • 10 Liter Faustgrosse Steine
  • Gartengitter in versch. Grössen
    • Grobes Gitter: 1×1,50 meter
    • Feines Gitter: 0,4×0,6 meter
    • Fliegengitter
  • 500 Würmer

Als wir alle diese „Zutaten“ aus unserem örtlichen Brico-Baumarkt besorgt hatten, ging das basteln los. Ich spare mir die Einzelheiten und erkläre das Prinzip der Tonne lieber in einem anschliessendem Video. Eines ist aber sicher, jeder der ein Nagel in die Wand schlagen kann, wird sich auch an diese Tonne wagen können.

  1. wo ist das video zur wurmkiste??

  2. Alexander Herrmann

    Hallo Sven, ich würde auch gerne eine Wurmkiste bauen und würde sehr gerne einen Blick auf das Video von dir werfen. Ist das noch irgendwo zu sehen, bzw. könntest du es mir vielleicht zuschicken?

    Viele Grüße aus Haltern am See
    Alex

    • Hallo Alexander,
      bei Youtube findet man das Video nicht mehr.
      Ich habe die letzen Tage meine TimeMachine durchwühlt und habe da auch nichts mehr gefunden.

      Bei http://www.wurmwelten.de/ findest Du viele verschiedene System. Ich selbst habe aktuell auch eine von Wurmwelten – und tatsächlich funktioniert die ganz gut. Meine selbstgemachte Tonne war viel zu groß dimensioniert! Ich musste Abfall bei den Nachbarn sammeln, weil die Würmer sonst verhungert wären. 🙂

      Alles Gute
      Sven

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