Eine Mär vom nackten Alten und der Jugend

…oder warum man mit 43 der Jüngste im Verein ist.
Das Problem mit dem Alter zeigt sich in der Regel immer dann, wenn verschiedene Lebensmodelle auf einander prallen – vor allem wenn diese Verschiedenheit dieser Modelle sich in den Erfahrungen des Lebens und dem Geburtsdatum begründen.

Im öffentlichen Leben haben ältere Menschen (Mitglieder) einen festgefahrenen Tagesablauf, der darin begründet ist, dass sich Menschen einer Generation auch nur innerhalb der jeweils eigenen Generation bewegen. Wer nun glaubt, dass dies ein Problem des Alters ist, der irrt!

Diese Engstirnigkeit gibt es auch bei den Mittelalter-Menschen (+/- 40) und den jungen Menschen (alles unter 40). Irgendwann hat sich eine allgemein akzeptierte Ignoranz gegenüber anderen Jahrgängen eingestellt. Jedes Geburtsjahrzehnt wandelt seitdem einsam dem eigenen Alter zu.

Wer sich vor den “anderen” Generationen abschottet und von “denen” und “uns” redet, der nimmt nicht mehr am sozialen Leben teil und bewegt sich nur noch in seiner eigenen, Altersbedingten Filterblase! Die einen leben in der “Timeline”, die anderen im “5 Uhr-Tee-Rythmus”

Rituale sind Stütze und Wehranlage zugleich

So können sich absurde Eigenschaften und Rituale in einer solch homogenen Gruppe etablieren, die den Unterschied zwischen den Generationen noch deutlicher machen – und je festgefahrener diese Unterschiede werden, umso unüberwindbar werden sie!

„Nachmittägliche Spielstunde am Pool für die Jugend…“
Bekanntes Problem in Vereinen

Vielleicht ist genau das der Grund, weshalb es in den heutigen Naturisten-Vereinen die Jugend so schwer hat eine eigene Position innerhalb der Vereine zu beziehen. Die Jugend, das sind “die Anderen”, die es nicht mehr gibt und wenn es sie noch gibt, sind es die, die stören.

Aber es sollte doch im Sinne eines jeden Vereines sein, das Gleichgewicht der Geburtsjahrgänge zu wahren. Nicht nur in der Quantität, sondern auch in der Qualität. Es kann gar nicht so schwer sein Jugendliche und junge Generationen zu aktivieren – man muss nur anfangen Programm für Jugendliche anzubieten und nicht versuchen das “Alte-Leute-Programm” als “Jugendprogramm” zu verkaufen!

Um das Überleben der Vereine zu gewährleisten, müssen alte Zöpfe ab! Man muss sicherlich auf einige lieb gewonnen “Traditionen” verzichten, damit neue, für andere Menschen interessante Traditionen Einzug halten können!

Zum Schluss

So glaubt man, so ginge es in Vereinen zu. Das diese alten Herrschaften nicht verstanden haben, dass ohne die „störende“ Jugend es bald keinen Verein mehr geben wird, wage ich zu bezweifeln.


Eigentlich kann man das so nicht stehen lassen!
Wer hat eine Idee?

  1. Sehr gut geschrieben, kannst du mir bitte den Artikel schicken, ich möchteihn gerne in unsere nächste Ausgabe von NB stellen oder auf unsere Webseite http://www.naturismus.at
    Danke
    Sieglinde

    • Liebe Sieglinde,

      wenn Du meinen Beitrag drucken möchtest, dann kannst du das gerne mit folgender Quellenangabe machen.

      Sven Rösner, http://sven-roesner.de

      Hier findest Du eine PDF des Beitrages: http://goo.gl/YHsH3e.

      Wenn Du den Beitrag auf Eure Website setzen möchtest, dann bitte ich Dich, auch den Google-Author-Link zu übernehmen.

      Mehr von Sven Rösner in seinem <a href="http://sven-roesner.de/">Blog</a> - oder in seinem <a href="https://plus.google.com/+SvenRösner?rel=author" >Google</a> - Autorenprofil.
      

      Alles Liebe
      Sven

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