LOWTEC, wenn Lösungen einfach sind!

Lowtec, eines meiner liebsten Themen. Immer wieder entdeckt man einfach und geniale Ideen – vor allem, wenn man ein wenig im Internet unteregs ist. Diesmal wurde ich auf der Seite von ROLEX fündig. Ich las einen interessanen Artikel über einen jungen Erfinder in Nord Nigeria mit dem Namen „Mohammed Bah Abba„, der einen stromlosen Kühlschrank entwickelt hat.

Gut, natürlich muss ich das Ding haben und wenn ich es nicht aus Nigeria direkt bekomme, dann werde ich es mir selbst bauen – die Einzelteile lassen sich sicherlich bei einen der unzähligen Terracotta-Händlern hier in den Abruzzen besorgen. Nun aber zurück zu diesem lustigen schwarzen Mann (darf man das eigentlich so schreiben?), der mit der Erfindung seines Kühlpotts den Frauen und vor allem den Kindern in seiner Heimat einen grossen Gefallen erwiesen hat.

Nord Nigeria ist eine der ärmsten Regionen auf dem schwarzen Kontinent. Von Leben kann man in dieser Region gar nicht reden, denn die Nigerianer kämpfen – vor allem in den ländlichen Gebieten – jeden Tag um das nackte Überleben. Landwirtschaft wird dort nicht in diesem Masse betrieben, wie wir das kennen. Vielmehr ist es eine Art rudimentäre Selbstversorgung, die mit einem mageren Überschusshandel einhergeht.

Der Überschusshandel zeigt sich schwierig, die Waren werden zu Fuss zu den lokalen Märkten getragen und verderben zusehends ohne Strom und somit auch ohne Kühlung – oft schaffen es die Pflanzen wie Spinat, Salat etc. nicht einmal mehr zum Wochenmarkt. Die verdorbenen Waren finden aber Ihre Abnehmner, denn die Bevölkerung muss essen und somit essen die Menschen auch verdorbene Waren.

Hierbei bleibt es nicht auch, dass die Menschen an dem Genuss der „Lebensmittel“ erkranken und somit in existenziellen Notsituationen geraten. Da kommt der nigerianischen Lehrer „Mohammed Bah Abba“ ins Spiel. Sein Interesse an indigenen und afrikanischen „Technologien“ hat dazu geführt, dass er eine praktische und auch machbare Lösung für diese Problem gefunden hat.

Seine extrem einfache und kostengünstige Steingut „Topf-in-Topf“ Kühlung basiert auf einen bekannten und seit Jahrtausenden benutzen physikalischem Prinzip. Es werden zwei Tontöpfe ineinander gesteckt, wobei die der Zwischenraum mit feuchten Sand aufgefüllt wird. Dieser Sand verdunstet und kühlt somit den inneren Tontopf herunter. Genaue Zahlen dazu konnte ich leider nicht finden!

Ein interessanter Nebeneffekt dieser „Wiederentdeckung“ ist, dass Kinder, die mit dem Transport der Waren beschäftigt waren nun mehr Zeit für Bildung und Schule haben – oder auch einfach mal zu spielen. Wer gegen Armut kämpfen will, muss kein Geld spenden, sonder Bildung ermöglichen!

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