Walter Moers „Die Stadt der träumenden Bücher“

Spannung:4.5 Stars (4.5 / 5)
Bildhaftigkeit:5 Stars (5 / 5)
Kreativität:5 Stars (5 / 5)
Average:4.8 Stars (4.8 / 5)

Verliebt in einen Dinosaurier, der auf der Lindwurmfeste im Zamonischen Süden lebte und von da aus von seinem sterbenden Dichterpaten auf die Suche des Orms geschickt wurde, dass sich in einem alten Manuskript manifestiert hat.

Da fehlt aber das ORM!

Er selber hat keinerlei Zugang zum Orm, erkannte aber seine Chance und profitierte von dem Zusammentreffen mit Hildegunst von Mytehnmetz – diesem ormgeküssten Kleindinosaurier.

Ein Buchling aus Zamonien, by grotesqua
Ein Buchling aus Zamonien

Moers verdanken wir, dass die Menschheit nun die Krone der Literatur auch in Ihrer einfachen und recht eindimensionalen menschlichen Sprache erleben kann. Er hat es geschafft die Literatur des Mythenmetz aus dem Zamonischen in unsere Sprache zu übertragen!

Der Moers, der ja nicht unbedingt durch Fleiss und Zielstrebigkeit bekannt ist, hat die holde Gunst des Hildegunst ergriffen um uns einen Einblick in die ersten beiden Kapitel der Übersetzung der „Mythenmetzischen Werke“ zu verschaffen.

Leider stellt der Roman nur die ersten beiden Kapitel einer 25-bändigen, 10.000-seitigen „Reiseerinnerung“ dar. Da muss der Moers noch viel übersetzen.

Maße, Werte und Währungen

Das Zamonische Reich hat viele verschiedne Masseinheiten, Währungen und Daseinsformen aber eine einzige konstante Wertigkeit, die nur aus dem überdimensionalem Orm gespeist wird. Die Literatur!

In Zamonien dreht sich alles um das geschriebene Wort und alles wird mit dem Wert von Büchern aufgewogen.

Es gibt…

  • Bücher, mit denen man ganze Städte kaufen kann
  • Bücher die als Waffen benutzt werden und
  • Bücher die als wandelnde Geister aus der Vergangenheit weiterhin Ihre Geschichten unter den Bewohnern dieses geheimnisvollen Kontinents verteilen, obwohl Sie (also die Bücher) vom „Unhaimischen Megawurm“ schon längst verdaut wurden…

Wie eine Mischung aus Per Anhalter durch die Galaxis, Tante Mila und Der Herr der Ringe ist dieses literarische Meisterwerk nicht nur vom Orm gesegnet, sondern entspricht völlig meiner Wellenlänge….

…die Exaxt der Länge des Durchmessers eines Pyra entspricht, wenn man diese mit dem gemein bekannten Hexameter unter Berücksichtigung des aktuellen Umrechnungskurses aus der Sicht eines Rübenzählers – multipliziert. … Also ganz genau einem Drittel eines menschlichen Dezimeters! Ungefähr!

Leckerschmecker Schmackos

Dieses Buch ist nicht nur voll mit Weisheiten und wertvollen verweisen auf die Errungenschaften der Zamonischen Literatur-Kultur… Nein, man findet dort auch Rezeptideen und Feinschmecker-Schamkos wie zum Beispiel:

  • Warme, mit Apfel gefüllte Buchlinge
  • Dämonenbienenhonigbrote
  • Dichterlocken mit Vanillemilchkaffee

Neben den kulinarischen Ausflügen gibt es auch knallharte Fakten zu erfahren. Es wird der Beweis erbracht, dass dieses ominöse Orm aus Zamonien, gewissermassen mit der Kultur unserer Daseinsform verknüpft sein muss.

Fackten, Fackten und Buchlinge

Alle wichtigen und maßgeblichen Schriftsteller, Propheten und Denker aus der Zamonischen Geschichte, haben sich auch in der menschlichen Geschichte wieder gefunden.

Nicht nur, dass jeder Zamonische Schriftsteller auf Immer und Ewig von einem unsterblichen (aber nicht untötbaren) Buchling, in Person und Werk vertreten wird, nein, auch die menschlichen Dichterfürsten leben in diesen Buchlingen – auch nach deren Tod – weiter.

Johann Wolfgang von Goethe basiert auf dem Zamonischen Schriftsteller „Ohjann Golgo van Fontheweg“ der wiederum von einem wichtigen Protagonisten, nämlich dem Buchling „Golgo“ verkörpert wird. Anscheinend hat das Orm Johann und Ohjann auf die gleiche Weise geküsst und der Buchling „Golgo“ ist dabei herausgekommen. Ich würde das „Bi-Lektoralen Geschichts-Verkehr“ nennen!

Fatoma Hennf (E.T.A. Hoffmann), T. T. Kreischwurst (Kurt Schwitters) und Perla La Gadeon (Edgar Allan Poe) sind alle gleichwohl Kinder des Orms…

AlterEgo Werma ?!

Der Beweis, dass Walter Moers nicht zu den grossen Schützlingen des ewigen Orms gehört wird ebenso mitgeliefert: Werma Tosler ist halt nur ein Illustrator von Trivialromanen… Und Walter Moers ist halt nur Übersetzer! Beide wurden eher vom Orm gestreift als geküsst…

Walter und Werma

Walter, nicht jeder kann Literat sein! Dieses Schicksal erleidet auch Werma… Dieses Buch ist so komplex und Vielschichtig, dass man es als einfaches Kindermärchenbuch oder als tiefgründige und ewig-gültige Niederschrift zur Erklärung aller Daseinsformen und dessen Lebenssinn mit biblischen Ausmass ansehen kann….

Auf jeden Fall ist – wie man es auch dreht und wendet – diese Buch eine Erfahrung, die das Leben verändert. Das einzig schreckliche an diesem Konstrukt ist, dass ich erfahren habe, dass Zamonisch sich sehr ähnlich anhört wie das Französische. Franzosen sind nunmal die Daseinsform, die meiner Ansicht nach dem „Smeiks“ sehr nahe kommen… Nun, nichts ist perfekt.

Fazit, Dichtpatin und Verlosung

Wenn ich nicht schon schwanger wäre, wurde ich mir ein Kind von Mythenmetz wünschen…. Am liebsten ein Metzchen …. Äh, ich meine Mädchen …. Und „ANNAMESS KONRAD“, die erfolgreiche Autorin des „Unternehmerleitfaden: Axt inne Arme“ wäre Ihre Dichtpatin..

Ich schenke demjenigen ein Glas „Fleischkringelmaden in Buchenhonig“, der mir das korrekte Anagramm zu „ANNAMESS KONRAD“ und Ihrem Buch „Axt inne Arme“ in die Kommentare schreibt…

Dicke Wölfe und hässliche Geologenfratzen sind natürlich ausgeschlossen!

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