Ortona, Byzantinische Festung

Ortona gehört zu der Provinz Chieti und wirkt wie ein kleines, beschauliches Dorf weil die meisten Menschen ausserhalb des historischen Stadtkerns – in modernen Wohnkomplexen – leben. Ein geschichtsträchtiger Ort – nun so geschichtsträchtig wie fast alles in Italien. Aber diese kleine Stadt ist auch eine der wirklichen schönen Orte in Italien. Aus diesem Grunde halte ich Ortona für sehenswert

Besonders die Passeggiata Orientalte, die man im Street-View sehen kann, lädt abends zu einem typischem flanieren ein. Selbst im Hochsommer weht hier ein frischer und angenehmer Wind. Dieser weitläufige Fussgängerzone ist dann voll mit Menschen und man bekommt den Eindruck unter Freunden zu sein.

Strand und Meer

Interessant ist übrigens, dass Ortona den Ort markiert, an dem die Küste der Abruzzen ihr Geografie ändern. Von flachen, weitläufigen Sandstränden – wie man sie noch in Francavilla antrifft, hin zu schroffen und hohen Steilküsten mit Kieselstrand, was sich erst wieder in der Gegend um Vasto herum ändert.

Geschichte

Der Blick in die Geschichtsbücher der Stadt reicht weit zurück. Überliefert ist im Jahre 803 eine Eroberung durch die Franken. Nach turbulenten Machtgefechten gelangte Ortona im 13. Jahrhundert unter neapolitanische Herrschaft.

hre wahre Blütezeit erlebte Ortona vom Mittelalter bis ins 16. Jahrhundert
Ihre Blütezeit erlebte Ortona bis ins 16. Jhdt.
Im II. Weltkrieg war Ortona schwer umkämpft. Mehrere Mahnmale gedenken den vorwiegend kanadischen Opfern der Gefechte. Wer einen näheren Einblick in das Geschehen erhalten möchte, sollte das „Kriegsmuseum von Ortona“ besuchen.

Ihre wahre Blütezeit erlebte Ortona vom Mittelalter bis ins 16. Jahrhundert. Zahlreiche prunkvolle Paläste bestimmen noch heute das Bild der Stadt.

Viele sind in einem bedauerlichen Zustand, jedoch hat die immer noch wachsende Immobilienblase zu mindestens den einen oder anderen Investor dazu gebracht den einen oder andere Palazzo zu kaufen und zu renovieren.

In einem der der schönsten Palazzi, im „Palazzo Corvo“ aus dem 17. Jahrhundert haben heute Weinhändler ihr Domizil aufgeschlagen. Eine wirklich tolle Möglichkeit an Verkostungen, Themenabenden oder Seminaren rund um den köstlichen Rebensaft der Region teilzunehmen. Ortona ist bekannt für seine Weine.

Sehenswert

Der „Palazzo Corvo“ ist in der historischen Altstadt von Ortona zu finden, welche sich oberhalb des Hafens erstreckt und von einer mächtigen Zitadelle aus der Zeit des Königreichs Neapel dominiert wird.

Leider kann man heute dieses ehemals mächtige Bollwerk nicht mehr vom Meer oder vom Hafen aus sehen, weil der zur Küste liegende Teil ins Meer gerutscht ist.

Bis heute behaupten die Alten der Stadt, dass dies an der Bombardierung der Deutschen lag – ich konnte jedoch keine Belege dafür finden. Fest steht aber, dass bei der Befreiung der Stadt die Innenstadt von Ortona stark beschädigt wurde.

San Tommaso

Von der religiösen Bedeutung des Ortes zeugt 1258 die Überführung der Gebeine des Apostel Thomas in die Krypta der Kirche „San Tommaso“. Im übrigen ist diese Kirche ein Päpstliche Basilika und auf jeden Fall einen Besuch wert. Ratsam ist es San Tomaso NICHT an den Markttagen zu besuchen. Diese Basilika ist ein wirklich imposantes Gebäude und besticht vielleicht mehr durch ihre inneren Werte. Die Wandmalereien sind bekannt und brauchen einige Zeit um sie in aller Ausführlichkeit zu besichtigen.

Kurze Hosen, freie Schultern, Frauen ohne Kopfbedeckungen, MP3-Player, Handies sind in der Kathedrale nicht gern gesehen. Denken Sie daran, wenn Sie einen Ausflug in eine Kirche planen.

Ortona widmet ihrem Heiligen zwei Feiertage im Jahr. Jeweils am 06. September und am ersten Sonntag im Mai pilgern tausende Gläubige nach Ortona.

Die Gebeine des Apostels Thomas kamen an einem 6. September als Kriegsbeute von Kapitän „Leone degli Acciaiuoliin“ aus der Plünderung der Insel Scio in die Kirche. Das feiern die Italiener noch heute!

Aus welchen Grund auch immer die Ortonesen feiern, eines muss man wissen: In dieser Zeit ist die Stadt in einem Ausnahmezustand und sie sollten als Tourist gar nicht auf die Idee kommen mit dem Auto in die Stadt fahren zu wollen. Nutzen am besten einen der vielen kostenlosen Shuttle-Bussen die vom nahegelegenen Einkaufszentrum „IPER-Center“ gestellt werden.

Wenn ich nach Berühmtheiten der Stadt frage, dann wird immer wieder voller Stolz ein Name erwähnt. Rocco Siffredi – Schauspieler, Regisseur und Produzent. Er machte sich einen Namen in der Pornofilmszene – aber darüber spricht man nicht.

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