Necropolis: Cerveteri (6. August 2009)

Wieder einmal eine Städtereise – heute jedoch ein paar Monate nach der eigentlichen Reise, die ich im August 2009 mit einer Freundin, ihrem Sohn und dem kleinen meiner Frau gemacht habe. Cerveteri, Stadt und Gemeinde im norden von Latium, in der Provinz Rom. Ursprünglich als „Caere“ bekannt, ist es für eine Reihe von berühmten etruskischen Nekropolen berühmt.

Die berühmteste Attraktion von Cerveteri ist die „Necropoli della Banditaccia„, ein Grabmal, dass von der UNESCO zum Weltkulturerbe erklärt wurde. Zusammen mit den „Nekropolen in Tarquinia“ bilden diese Gräber die vielleicht schönsten Überbleibsel aus der Epoche der Etrusker.

Die freigelegte Gräberstadt in Cerveteri umfasst eine Fläche von 400 ha. Leider kann man nur 10 ha dieser enormen Stadt der Toten besichtigen. Allerdings umfassen diese 10 ha insgesamt 1.000 Gräber. die oft in charakteristischen Hügeln untergebracht sind. Es ist die größte antike Nekropole im Mittelmeerraum! Die Gräber stammen aus dem 9. Jahrhundert v. Chr. (Villanova-Kultur) bis Ende der etruskischen Zeit (3. Jh. v. Chr.).

Die ältesten Gräber geben sich in der Form einer Grube oder Steinschüsseln preis, in denen die Asche der Toten untergebracht waren. Am Ende des 6 Jh. v.Ch. wurde es dann Brauch, die Asche derjenigen Verstorbenen, die eine Verbrennung angeordnet hatten, in Sarkophagen (Steinsaergen) zu bestatten.

An diesen Sarkophagen sind alltaegliche Lebensszenen der Verstorbenen festgehalten, entweder sind sie ausgestreckt auf einem Bett zu sehen oder waehrend des Essens. Das Meisterwerk dieser plastischen etruskischen Skulpturen ist der „Sarkophag der Verheirateten„, ausgestellt im etruskischen Museum von Rom.

Aus der Zeit der Etrusker gibt zwei Arten von Gräbern: die Hügel und die so genannte „Würfel“, wobei letztere einfache quadratische Gräber in langen Reihen entlang der „Straße“ gebaut.

Diese waren für die etwas weniger reichen Etrusker gedacht, die auch für die Zeit nach Ihrem Ableben eher ökonomisch denken mussten.

Die Tumulus-Gräber sind kreisförmige Strukturen aus Tuffstein, in denen die Innenausstattung der Gräber aus dem weichen Stein gehauen wurden. Im Grunde bestehen die Gräber aus einem Nachbau des des Hauses der Toten, das in in den weichen Stein geschnitzt wurde. Die moderne Wissenschaft hat Ihre Erkenntnis über den Alltag der Etrusker weitestgehend aus dieser Totenstadt bekommen.

Die detailreiche Darstellung des etruskischen Alltag und die vielen dekorativen Gegenstände und weitere Funde aus diesen Gräbern geben einen detaillierten, wenn auch vielleicht einen verklärten Blick in den Alltag der damals lebenden.

Der berühmteste dieser Grabhügel ist die so genannte „Tomba dei Rilievi“ (Grab der Reliefs, 3. Jahrhundert v. Chr.). Die jüngsten Gräber stammen aus dem 3. Jahrhundert vor Christus. Einige von ihnen werden von externen „Steinen“ begleitet, die für Männer zylindrisch – für Frauen in der Form eines kleinen Hauses geformt sind. Diese keinen Statuen gaben Auskunft über die beigesetzten in den jeweiligen Gräbern.

Die Totenliege mit dem kleinen Hausdach am Kopfende war für die „Hausfrau“ gedacht. Die Frau hat bei dem Etruskern eine besondere Rolle gehabt. Außergewöhnlich war die Stellung der Frau, der ein recht hohes Maß an Prestige zukam.

Die meisten Funde von Cerveteri befinden sich im „National Etruscan Museum, Rom“. Andere sind im „Archäologischen Museum in Cerveteri“ untergebracht.

Übernachtet haben wir in einem herrlich kleinem Agrituristica am Stadtrand von Cerveteri. Casale di Gricciano – inmitten des nichts, mit einem herrlichen Blick auf das Meer, einem Pool und atemberaubende Zimmer.

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