Stonemen wo man hinsieht

Es gibt drei Sachen, die man in einem Naturisten-Urlaub machen muss… Steintürme bauen, Flaschenwindräder basteln und nackt rumlaufen…Den ersten Punkt behandel ich heute.. die anderen kommen vielleicht ein wenig später dran. Für alles was uns widerfährt bauen wir Steinmännchen. Mit diesen Gebilden halten wir es wie der buddhistisch geprägten Volksglaube.

Steinmännchen haben neben der Funktion als Wegmarkierung eine spirituelle Bedeutung. Zum einen braucht man Zeit, Musse und viel Geduld die kleinen filigranen Geschöpfe zu bauen, zum anderen finde ich die Idee, dass man in einem Steinmännchen auch den Wohnsitz des lokalen Schutzgeistes einer Familie, eines Klosters oder einer Ortschaft sehen kann.

Nun unsere kleinen Steinmännchen am Strand haben eher einen Meditativen Charakter – Jedoch haben wir auch schon Steinmänner bis zu 1,70 Meter erschaffen, die uns dann über Wochen begleitet haben …

Ich bin mir sicher, dass in der Zeit dort ein Schutzgeist gewohnt hat, der uns ein herrliches Wetter als Dankeschön „organisiert“ hat.

Die ersten Steinmänner, die wir zusammen gebaut haben, waren als Familienbildnis gedacht und wurden am ersten Tag von uns an einem schönen Platz errichtet. Sie hielten nicht lange – heute wissen wir, warum…

Die Familiensteine sind eine Etruskische-Römische Idee und gehören zum Brauch des Hausaltars. Ich denke, dass es netter Brauch ist, den man ohne weiteres in die heutige Zeit übertragen kann. Im Gegensatz zum Hausalter – der in jedes Haus gehört – sind die Familiensteine eher von kurzer Lebensdauer. Sie gehören eher zu den Familien-Rituale die man innerhalb der Familie kreieren und auch praktizieren sollte.

Ausserdem:
2. Buch Mose 20 Vers 25:
„Und wenn du mir einen steinernen Altar machen willst, sollst du ihn nicht von behauenen Steinen bauen; denn wenn du mit deinem Eisen darüber kommst, so wirst du ihn entweihen…“

Ok. wer dieses Zitat nachschlagen wird: …den Teil mit der Blöße (…Du sollst auch nicht auf Stufen zu meinem Altar steigen, daß nicht deine Blöße aufgedeckt werde vor ihm…) vergessen wir mal wieder schnell – wir haben die Steinmänner gebaut, wie wir erschaffen wurden: Nackt…!

Jeder der jetzt denkt: „…der spinnt doch“, soll sich mal den Aufbau seines Wohnzimmer ansehen und wenn man mit offenen Augen in das Wohnzimmer sieht, dann erkennt man schnell, dass der heutige Hausaltar „FERNSEHER“ heisst.

Auch ganz kleine Steinmännchen haben wir gebastelt. Minimum waren drei Steine… Gerade bei den kleinen Männchen wird einem schnell klar, dass es manchmal gar nicht so einfach ist die Steine aufeinander zu stapeln. Jedoch der Schwerpunkt und der Gleichgewichtspunkt eines jeden Steines findet man – man muss nur lange genug suchen 🙂 … Eine herrliche Geduldsübung.

Ansonsten haben wir eine Menge von den Begleitern, Beschützern und „Guten Geistern“ in die Landschaft gesetzt. Meistens nachts oder abends – zum Wunder der anderen Urlauber. Jeden morgen überraschte eine andere Heerschar von Steinmännern das Sonnenbadende Urlaubsvolk.

Lustig war, dass wir später andere – nicht von uns – gebaute Steinmänner auf den verborgenden Wegen des Campingplatzes gefunden haben. Das bauen von Steintürmchen, Steinkreisen und Ariadne – Labyrinthe ist ein fester Bestandteil meiner Konzentrationsübungen wie meditative Musik, Mantras, Chants und meine tägliche Tasse Yogi-Tee morgens um 06:00 Uhr am Fenster zum Meer.

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