Calabria Nudista

Da gibt eine Hablinsel am Ende Italiens. Ganz im Süden Kalabariens. Im Land der ’ndrangheta (…die derzeit gefährlichste Mafia-Gruppe Italiens) – und an diesem Ort machen wir Urlaub. Dieser Ort nennt sich Pizzo Greco – und ist meines Wissens nach das einzige „Naturisten Dorf“ Italiens.

Frische Luft und Sonne machen glücklich.
Frische Luft und Sonne machen glücklich.

OKOK… vergessen wir aber mal „Camping Classe“ in Ravenna und das Resort „Parco del Gargano“ liegt nicht am Meerm und „Agriturismo Terranera“ liegt in der Toscana und ist eher mit einem New-Age-Bauernhof-Urlaub zu vergleichen!

Dieser einmalige Platz liegt an der Steilküste einer Halbinsel, die auf den ersten Blick unberührt – fast schon verlassen wirkt. Sofort fällt einem auf, dass die Strasse zu diese Ort gesäumt ist von unendlich vielen Windkrafträder, die selbst bei einem windigen Tag stillstehen. Damit sie sich drehen können fehlt der Anschluss an das elektrische Netz – Willkommen im Irrsinn Italiens.

Gesichert wie eine Festung kommt einem der Platz von aussen vor, jedoch nach dem wuchtigen Tor erstreckt sich ein Feriendorf auf mehr als 9 Hektar. Freiheit pur… Von den Mauern und den Sicherungsanlagen spuert und sieht man nichts mehr.

Hier findet man neben Familien mit Kindern, viele Rentner und eine Menge Ausländer. Vor allem aber trifft man hier die Italiener, die in Ihren Ferien nichts von Diskotheken, abendlichen Ausflügen in Bars, Kneipen und dem flanieren auf Promenaden nichts wissen wollen und die vom wechseln der nassen Kleidung nach dem Baden gar nichts halten.

„Animali strani“ wie der Italiener sagt – oder wie man es im Ruhrpott ausdrücken würde: Verrückte Hühner! Früher – vor 30 Jahren – war Pizzo Greco eine Komune. Heute erinnern nur noch die alten Ruinen versteckt auf dem Gelände an die glanzvolle Zeit von Liebe und Flowerpower.

Jedoch… hin und wieder strömt der Duft der alten Hippi-Zeiten mit dem Wind durch die Äste der Schattenspendenen Eucalyptusbäume.

Dieser Flecken Erde ist auch heute noch ein Ort der Ruhe und Erholung. Autos, Musik und alles laute sind auf dem Platz und im Dorf nicht zugelassen – Einzig hört man die Zirkaden und das Gejohle der unendlich grossen Kindershar.

Das Video

Vacanze d’Italia – Pizzo greco from Spiaggiarc Spiaggia on Vimeo. Video girato nel camping nudista „Pizzo Greco“ a Capo Rizzuto (KR). Zu diesem Video habe ich vor einigen Wochen ein Untertitel-File erstellt und das Video bei YouTube – samt Untertitel – hochgeladen. YouTube hat es dann wieder gelöscht, weil es angeblich pornographischen Inhalt zeigen würde und hat mich offiziell verwarnt o_O …

Ja so kann es gehen! Wenn jmd. den pornographischen Inhalt in dieser Reportage des italienischen staatlichen Fernsehprogramm findet, kann er diesen Inhalt behalten 🙂 – mir aber ne Kopie schicken!

9 Hektar ist dieser Platz gross und ermöglicht einem einen weiten, sehr weiten Freilauf ohne Kleidung. Man kennt ja vielleicht das Gefühl nackt am Strand im Sand zu hocken – aber das wird vom Gefühl nackt in einem Dorf spazieren zu gehen noch getoppt.

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Ich kann die ganzen Nacktwanderer mittlerweile verstehen, die davon reden, dass es unglaublich befreiend ist sich ohne Kleidung fortzubewegen. Die ersten Minuten sind befremdlich – jedoch stellt sich so unglaublich schnell das Gefühl von Normalität ein, dass man sich schon am Abend fragt, wie man vorher nicht nackt leben konnte.

Das Plastikdorf

Nun – eigentlich sollte es ja ein Naturisten-Ökö-Urlaub werden. Doch mit zwei Kindern im Gepäck kann man so schlecht auf eine Küche und ein Kühlschrank verzichten.

Also haben wir bei der Resort-Leitung „Anna Greco“ ein MobileHome für die ersten 14 Tage und für die zweiten 14 Tage bestellt. Ja wir machen immer zweimal im Sommer Urlaub – nämlich am Anfang und am Ende des Sommers – dann ist es am billigsten 🙂 …

Diese Mobile-Homes sind am Ende der Anlage zu einen kleinen Dorf zusammengefasst und verfügen sogar über einen parkähnlichen Rasen-Zugangs-Bereich. Unglaublich eine solche akkurate Arbeit – und das im Süden Italiens.

Nun von dem Öko-Urlaub ist dann nicht sehr viel übrig geblieben. Plastikhaus, Wäscheservice, deutsche Nachbarn, fliessend Wasser etc. Im Nachhinein war das aber das Beste, was uns passieren konnte – wie gesagt, Kinder (unser Kind) und Ökourlaub passt nicht so ganz zusammen.

Zum Leidwesen unserer Nachbarn habe ich mich dann doch irgendwann durchgesetzt und mein „ökologisches Chaos“ nicht nur auf unserer Terrasse, sondern auch in unserem „Vorgarten“ verbreitet. Auf der Terrasse haben unsere Kinder ein Wurfzelt der Marke „Quechua“ aufgebaut um die Nächte im Zelt zu verbringen. Zelten auf der Terrasse wohlgemerkt!

Im nächsten Urlaub werden wir richtig Zelten – ohne den Luxus eines Plastik-Mobil-Homes 🙂 Vielleicht sogar in einem original Indianer-Teepee.

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